Mein Senf zu: Rebecca Gablé: Das Lächeln der Fortuna

8. April 2010 at 15:00 Hinterlasse einen Kommentar


Jeder Autor wünscht sich, ein Buch zu verfassen, das seinen Leser von der ersten bis zur letzten Seite packt und nicht mehr loslässt. Rebecca Gablé ist mit ihrem „Lächeln der Fortuna“ genau das gelungen! Auf knapp 1200 Seiten entführt die deutsche Schriftstellerin Ingrid Krane-Müschen, besser bekannt unter ihrem Pseudonym Rebecca Gablé, ins spätmittelalterliche England.

Im Mittelpunkt steht der zwölfjährige Robert, genannt Robin, of Warringham. Doch plötzlich gerät das geordnete Leben des Klosterschülers aus den Fugen. Sein Vater, der Earl of Warringham, wird des Hochverrats beschuldigt und hingerichtet. Fortan steht der Junge ohne Titel, Familie und Zuhause da. Er flüchtet aus dem Kloster und verdingt sicht auf dem einstigen Gestüt seines Vaters als einfacher Pferdeknecht.
Fast hätte Robin sich mit seinem Schicksal abgefunden, wäre da nicht der Mortimer, der Sohn des neuen Earls of Warringham. Zwischen den Jungen wächst eine erbitterte Feindschaft, die Robin schließlich in den Krieg nach Frankreich führt. Dort erlangt er die Gunst des Dukes of Lancester, einem der einflussreichsten englischen Aristokraten. Mit Lancesters Hilfe kehrt Robin in den Adelsstand zurück und wird zu seinem wichtigsten Berater. Doch seine Position lockt auch viele Neider, Intriganten und nicht zuletzt seinen Erzfeind Mortimer, auf den Plan.

Rebecca Gablé fesselt den Leser in ihrem ersten historischen Roman in einem, gekonnt verwobenen, engmaschigen Netz aus Wahrheit und Fiktion. Der erdachte Robin of Warringham wird an der Seite real existierender Persönlichkeiten wie John of Gaunt, dem Duke von Lancester, lebendig ohne dessen tatsächliche Biographie nachhaltig zu verfälschen. Dadurch entsteht ein spannender Roman, der dem Leser das, von Ehre und Ritterlichkeit ebenso wie von Intrigen und Aufständen geprägte, England des ausklingenden 14. Jahrhunderts Zeile für Zeile bildlich vor Augen führt.
Das Lächeln der Fortuna ist ein uneingeschränkt empfehlenswerter historischer Roman und gleichzeitig der spannende Auftakt der „Warringham“-Trilogie.

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